Die Grundinstallation der Beta 3 von Server Core benötigt etwa halb so viel Speicherplatz auf der Festplatte wie die Vollversion. Die Vorteile liegen auf der Hand: Je geringer die Anzahl der ausführbaren Dateien, umso kleiner ist die Angriffsfläche des Betriebssystems. Server Core soll jedoch nicht nur mehr Sicherheit bieten. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Patch-Management vereinfacht wird. Da seltener Dateien aktualisiert werden müssen, dürfte sich damit auch die Häufigkeit von Systemneustarts verringern.
Aber nicht nur der Speicherplatzbedarf von Server Core ist geringer. Das stark abgespeckte Windows frisst auch sonst deutlich weniger Systemressourcen. Das gilt für die Prozessorlast, vor allem aber auch für den Arbeitsspeicher. Mit 512 MB RAM kommt das Grundsystem von Server Core schon über die Runden. Der geringere Ressourcenbedarf ist gerade auch in virtuellen Umgebungen ein entscheidendes Argument für Server Core.
Gegen den Einsatz von Server Core spricht vor allem die Tatsache, dass Windows-Administratoren zunächst ein gehöriges Maß an Zeit investieren müssen, um sich auf die neue Umgebung einzustellen. Selbst diejenigen, die mit der Arbeit auf der Kommandozeile unter Windows vertraut sind, müssen eine Vielzahl von neuen Befehlen lernen. Alltägliche Konfigurationen, die jeder Admin im Schlaf beherrscht, wie etwa die Vergabe der IP-Adresse oder des Computernamens, bedeuten unter Server Core erstmal Tipparbeit.
Alle Einstellungen muss der Admin über die Kommandozeile vornehmen und dafür zahlreiche neue Befehle lernen.
Für viele Einstellungen muss man dabei die Registry editieren. Dazu gehört zum Beispiel die Änderung der Bildschirmauflösung. Gibt man hier versehentlich einen Wert an, der vom Monitor nicht unterstützt wird, bleibt der Bildschirm danach schwarz. Dann kann man die Fehlkonfiguration nur noch remote, also von einem anderen Rechner aus, korrigieren.
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